Auf die Jagd zu gehen ist nicht nur in den ländlichen Gebieten Deutschlands nach wie vor eine häufig nachgegangene Beschäftigung. Sei es aus beruflichen Gründen, oder aus gesellschaftlichen – der Jagdsport erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit. Um jedoch für die Jagd entsprechend gerüstet zu sein, benötigt der Jäger die richtigen und vor allem effektiven Waffen. Hierbei gibt es in der heutigen Zeit eine große Auswahl unterschiedlicher Waffen, bei denen zwischen Feuerwaffen und Kaltwaffen unterschieden werden kann.
Die Unterschiede
Bei den Feuerwaffen handelt es sich um jene Jagdwaffen, bei welchen ein Projektil durch ein Rohr oder Lauf gejagt wird. Angetrieben durch sich ausdehnende Gase, die mittels Verbrennung eines Treibmittels wie Schwarzpulver entstehen, sind die Projektile schnelle Geschosse, die das Wild auch auf einige hundert Meter Entfernung tödlich treffen können. Zu den Feuerwaffen zählen hierbei Büchsen, Flinten, kombinierte Waffen mit Büchsen- oder Flintenlauf, Revolver und Pistolen. Je nach Einsatz oder Vorliebe kann der Jäger unter diesen Waffen wählen, wobei er für Kurzwaffen, nach dem deutschen Waffenrecht jene Waffen, deren Lauf und Verschluss in geschlossener Stellung weniger als 30 Zentimeter bemisst, einen gesonderten behördlichen Eintrag in seiner Waffenbesitzkarte benötigt. Zu diesen Kurzwaffen zählen beispielsweise Revolver und Pistolen, deren Munitionserwerb ebenfalls einen gesonderten Eintrag nötig macht. Langwaffen wiederum, also jene Waffen, die die 30 Zentimetergrenze überschreiten, können mit Erhalt des Jagdscheins käuflich erworben und verwendet werden.
Neben den Feuerwaffen kann der Jäger außerdem noch auf die, im Jägerjargon, kalten Jagdwaffen zurückgreifen. Zu diesen zählen die Blank- oder Klingenwaffen, also jene Waffen, die aus Metall sind und die mit reiner Muskelkraft, und nicht mit einem pyrotechnischen Treibmittel, betrieben werden. Zu diesen kalten Jagdwaffen zählen beispielsweise das Jagdmesser, der Nicker, der Hirschfänger oder das Tüllmesser. Diese Waffen werden meist zum finalen Stoß eingesetzt, wenn das Wild bereits aus weiterer Entfernung mit einer Feuerwaffe getroffen wurde, jedoch durch das Projektil nur verletzt und nicht getötet wurde. Als alleinige Jagdwaffe ist die kalte Jagdwaffe jedoch zumeist ungeeignet, da der Jäger zum Einsatz dieser in kurzer Distanz zum Wild sein muss.
Ältere Modelle
Neben den aktuellen bzw. noch heute verwendeten Waffen wie Feuerwaffen oder kalte Jagdwaffen gab es außerdem zu früheren Zeiten noch weitere Jagdwaffen, die heute jedoch etwas aus der Mode gekommen sind. Speere, Lanzen, der Bogen oder die Armbrust beispielsweise wurden früher in vielfältiger Weise zur Jagd eingesetzt und waren ständige Begleiter der Jäger. Auch heute kommen diese Waffen vereinzelt noch zum Einsatz, gerade bei altertümlichen Jagdgesellschaften oder zu besonderen Showjagden, doch wurden sie im herkömmlichen Jagdbetrieb eigentlich vollständig durch die moderneren Jagdwaffen verdrängt.
Erhältlich sind die modernen Jagdwaffen unter Vorlage des Jagdscheines. Dieser wird nach Bestehen eines Jagdlehrgangs und darauffolgender Prüfung sowie dem Erfüllen zusätzlicher Anforderungen, ausgehändigt. Hat man diesen Jagdschein, können Waffen sowohl in bestimmten Waffenläden, als auch in Internetshops käuflich erworben werden, wobei die Spanne hier von Neuware bis hin zur Gebrauchtware reichen kann und somit die Abgabe von bereits benutzten Waffen möglich ist. Der Preis variiert dabei je nach Waffenart und kann von 1000 Euro bis hin zu mehreren 10 000 Euro reichen.
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